Ist Bauchfett gefährlich? So bekommst Du Dein Bauchfett weg

Trotz Plautze hat er scheinbar gut Lachen...

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Ernährungsmediziner und Forscher stimmen darin überein, dass dem Bauchfett bei der Verteilung der Wohlstandskrankheiten eine besondere Bedeutung zukommt. Auch wenn sich die Experten noch nicht in allen Punkten einig sind, so steht schon heute unbestritten fest, dass das sogenannte viszerale Fett, zu dem das Bauchfett zählt, besonders große Risiken für die menschliche Gesundheit birgt. Der Grund liegt in bestimmen Botenstoffen, die ausschließlich im viszeralen Fett produziert werden und von dort vielfältige Stoffwechselprozesse im gesamten menschlichen Organismus beeinflussen. Umgekehrt ist so auch der Schluss möglich, dass andere Fettpolster z.B. an Hüfte oder Po – solange sie nicht überhand nehmen – nicht so risikobehaftet sind wie das Bauchfett. Wie genau Bauchfett die menschliche Gesundheit beeinflusst und wieso es sich lohnt, das Bauchfett nachhaltig zu reduzieren, wollen wir Dir im Folgenden näher erklären.

Bauchfett und Gesundheit: Das unterschätzte Risiko liegt in der Fettverteilung

Bis heute haben sich unterschiedliche Verfahren etabliert, um die Fettverteilung und den mit ihr einhergehenden Grad des Übergewichts zu klassifizieren. Das bekannteste Verfahren ist wohl der sogenannte Body Mass Index, kurz BMI. Dabei beschreibt der BMI nichts anderes als das Verhältnis von Körpergewicht zu Körpergröße und teilt das Verhältnis in unterschiedliche Klassen ein, die Dir dabei helfen sollen, den Grad eines potentiellen Übergewichts zu bestimmen. Ein wichtiges Kriterium lässt der BMI jedoch außen vor – und hier liegt ein häufig erwähnter Kritikpunkt der Mediziner: Der BMI beschreibt in keiner Weise die Verteilung des Körperfetts, liegt doch gerade in der Beschreibung dieser Verteilung das Potential, z.B. das Risiko für bestimmte Herz-Kreislauf Erkrankungen oder auch das Risiko für Diabetes näher zu bestimmen. In der Ernährungsmedizin und Diätetik spricht man von der sogenannten abdominalen Adipositas, wenn es darum geht, „normale“ Adipositas von einer Form der Adipositas zu unterscheiden, bei der das viszerale Fett ein besonders hohes Risiko für die betroffene Person darstellt. Was neuste Untersuchungen belegen und viele Ernährungsmediziner nicht für möglich gehalten hätten, ist die Tatsache, dass Gefäßerkrankungen und Störungen im Stoffwechsel bei denjenigen übergewichtigen Personen, die eine adipöse Fettverteilung hauptsächlich an Gesäß oder Oberschenken aufweisen, nur unwesentlich häufiger auftreten als bei normalgewichtigen Personen.
Wahrscheinlich stellst Du Dir die Frage, wieso gerade die Fettverteilung ausschlaggebend für das Risiko ist, an bestimmten Krankheiten zu erkranken.

Lange Zeit hielt man Fett für eine physiologisch inaktive Gewebemasse. Heute hingegen weiß man, dass man mit dieser Einschätzung gehörig falsch lag: Auch Fettzellen können sich an Stoffwechselprozessen beteiligen. Besonders das Bauchfett stellt daher für die Gesundheit ein nicht zu unterschätzendes Risiko dar, da sich die durch die Bauchfettzellen molekularbiologischen Stoffwechsel-Prozesse auf den Hormonhaushalt und nicht zuletzt auch direkt auf den Fettstoffwechsel auswirken. Grundsätzlich lässt sich festhalten: Je weiter die körpereigenen Fettreserven von den lebenswichtigen Organen entfernt sind, desto weniger risikobehaftet sind sie. Bauchfett hingegen befindet sich exakt an denjenigen Stellen, wo wichtige Organe wie Leber, Bauchspeicheldrüse oder Herz gelegen sind. Große Anteile von viszeralem Fett verdrängen nicht nur die Organe, sondern können auch zu einer Verfettung derselben führen.

Gefährdet das Bauchfett Deine Gesundheit? So kannst Du Dein Risiko ermitteln

Wie wir ja bereits festgestellt haben, gibt der BMI keine Information über die Fettverteilung. Aber es gibt eine andere, für jedermann einfach zu handhabende Möglichkeit, die eigene Fettverteilung selbst zu bestimmen und so das Bauchfett zu „messen“. Diese Methode ist die sogenannte Bauchumfangsmessung. Wer diese Methode richtig anwendet, kann:

  • sein Bauchfett mit einer Genauigkeit von 75 Prozent ermitteln
  • seine gesundheitliche Gefährdung anhand der ermessenen Werte bestimmen.

Dir wird eine regelmäßige Kontrolle Deines Bauchumfangs empfohlen, wenn Dein BMI oberhalb des Wertes von 25 liegt. Auch viele Ärzte führen diese Messung im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen bereits durch. Um die Bauchumfangsmessung korrekt durchzuführen, benötigst Du lediglich ein Maßband. Wichtig ist es zudem, dass Du die Messung im aufrechten Stand durchführst und zuvor Deinen Oberkörper frei machst.

Gehe für die Bauchumfangsmessung wie folgt vor:

  • mache den Oberkörper frei
  • ertaste Deinen unteren Rippenbogen
  • Lege das Maßband anschließend zwischen dem unteren Rippenbogen und dem Becken (Beckenkamm) an.
  • Nun musst Du das Maßband möglichst gerade in einer Linie um den Bauch herumführen
  • Atme noch einmal leicht aus, bevor Du nun das Maßband abliest

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den unbedenklichen Grenzwert des Bauchumfangs für Männer bei 102 cm und sowie für Frauen bei 88 cm definiert. Wenn Du diesen Grenzwert überschreitest, kann dies Dein persönliches Risiko, an Diabetes oder anderen Herz-Kreislauf Erkrankungen zu erkranken, signifikant erhöht.
Wie genau das Bauchfett Deine Gesundheit gefährdet und was im Detail mit Deinem Körper passiert, erfährst Du im nächsten Abschnitt.

Entzündungsfördernde Botenstoffe können Herzinfarkt, Schlaganfall und andere Erkrankungen begünstigen

Bauchfett hat das Potential, für den Organismus schädliche Fettsäuren in den Stoffwechsel abzugeben. Doch das ist noch längst nicht alles, was das schädliche Fett im menschlichen Organismus anzurichten vermag: Da das Bauchfett als physiologisch aktiv gilt, sind LDL-Anteile (so heißen die schädlichen Fettanteile) stets im Blutkreislauf nachweisbar und führen langfristig zu einer Verfettung der Gefäße. Ablagerungen führen zur sogenannten Arteriosklerose, die wiederum das Infarktrisiko exorbitant erhöht. Ein weiteres unterschätztes Risiko ist, im Laufe des Lebens an Diabetes Typ 2 zu erkranken. Du fragst Dich, inwiefern der Blutzuckerwert mit der viszeralen Fettverteilung zusammenhängt? Das ist schnell erklärt: Die sogenannten Triglyceride, die direkt in die Leber abgeleitet werden, können vor Ort und auch an anderen Stellen des Körpers den Insulinstoffwechsel beeinflussen. Dies bedeutet en Detail: Die Einlagerung von Fett und Zucker in die Zelle und somit in die Muskulatur wird gestört. Vergleicht man die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens an Diabetes zu erkranken, so wird schnell klar, dass vor allem diejenigen Personen, die ein Mehr an viszerales Fett mit sich herum tragen, ein bis zu 100 Mal höheres Risiko haben, dass ihre Blutzuckerwerte außer Kontrolle geraten. Bei den soeben genannten Erkrankungen handelt es sich um diejenigen Volkskrankheiten, die in unserer Gesellschaft immer mehr an Bedeutung gewinnen und immer mehr Menschen auch schon in jungen Jahren ereilen. Doch wer meint, diese Liste der Krankheiten sei bereits vollständig, hat weit gefehlt: Es gibt noch eine ganze Reihe anderer Erkrankungen, die unmittelbar oder mittelbar auf einen zu großen Anteil von viszeralem Fett zurückzuführen sind. Andere Erkrankungen, die mit einem zu großen Anteil von Bauchfett in Verbindung stehen, sind derartige, von denen Du es sehr wahrscheinlich niemals vermuten würdest. Gicht zum Beispiel oder andere Erkrankungen der Leber wie z.B. die Fettleberentzündung bis hin zur lebensgefährlichen Leberzirrhose stehen – so sind sich immer mehr Mediziner einig – in direktem Zusammenhang mit Übergewicht und einem zu großen Anteil von Bauchfett. Wenn Du eine Frau bist, kann es schnell zu Störungen im Menstruationszyklus kommen. Das Bauchfett produziert Hormone – bei Frauen, die einen zu großen Bauchumfang haben, wird ein erhöhter Anteil männlicher Hormone festgestellt, die das sogenannte Polyzystische-Ovar-Syndrom begünstigen können und schlimmstenfalls sogar die Unfruchtbarkeit nach sich ziehen.

Auch wenn die langjährigen Folgen eines zu großen Anteils an viszeralem Fett fatal ausfallen können, so solltest Du aber gleichzeitig wissen, dass es in Deiner Macht liegt, Dein Bauchfett zügig und nachhaltig zu reduzieren. Die physiologische Aktivität und die aktive Vernetzung des Fettgewebes mit den Stoffwechselprozessen bedeutet gleichzeitig aber auch, dass Du es schnell schaffen kannst, dein Bauchfett zu reduzieren. Weniger Bauchfett bedeutet dann ein sofortiges geringeres Risiko für einen Herzinfarkt oder die genannten anderen Erkrankungen.
Bauchfett dient zu einem großen Anteil als Kurzzeitspeicher für Energie. Dies heißt im Umkehrschluss aber auch, dass es als eine der ersten Fettreserven wieder abgebaut wird, wenn Du dich aktiv bewegst und ein striktes Ernährungs- und Sportprogramm einhältst. Klar, eine strikte Diät ist kein Spaziergang. Wenn Du dich umschaust, findest Du aber garantiert zahlreiche Personen, die als Beispiel fungieren, wie man das Bauchfett schnell und nachhaltig reduzieren kann, ohne sich im Alltag zu sehr einschränken zu müssen.

Überblick: Ein zu großer Anteil an Bauchfett erhöht das Risiko an folgenden Leiden zu erkranken:

  • Herzinfarkt
  • Schlaganfall
  • Fettleber
  • Leberzirrhose
  • Gicht
  • Arteriosklerose
  • Arthrose

So kannst Du die Gefahr bannen: Erste Schritte, die Dir dabei helfen, Dein Bauchfett zu reduzieren

Es bedarf nicht viel, um die ersten Schritte einzuleiten, damit die Pfunde und damit auch Dein überschüssiges Bauchfett dahinschmelzen. Wichtig ist für Dich die sogenannte Umverteilung der Blutfettwerte. Das „schlechte Cholesterin“ wird durch regelmäßige Bewegung in „gutes Cholesterin“ umgewandelt, das Deine Gefäße sogar zu schützen vermag. Du wirst es kaum glauben: Sogar ein Diabetes, der auf einen ungesunden Lebenswandel und damit auf eine ungesunde Fettverteilung zurückzuführen ist, ist praktisch reversibel. Wenn Du also tatsächlich vor einiger Zeit an Diabetes erkrankt bist, hast Du eine realistische Chance, dass sich Dein Zucker- und Fettstoffwechsel wieder normalisiert, wenn Du ausreichend Bewegung und eine gesunde, fettarme sowie vitamin- und mineralienreiche Ernährung in deinen Alltag integrierst. Wichtig ist dabei, dass Du Deine Lebensweise schnell und langfristig umstellst. Während der Umstellung und in der ersten Zeit nach der Umstellung sollten Deine Blutwerte unter stetiger Kontrolle eines Mediziners bzw. eines Ernährungsmediziners stehen. In besonders schwierigen Fällen von Übergewicht kann es für Dich hilfreich und ratsam sein, zuvor eine professionelle Ernährungsberatung in Anspruch zu nehmen, die Dich bei den zu bewältigenden neuen Anforderungen unterstützt und motiviert. Auch in puncto Sportprogramm und gesundes Bewegungsausmaß kannst Du Unterstützung finden, obgleich Du die meisten Übungsformen auch selbständig und individuell ausüben kannst.
Ganz wichtig ist: Verwechsle den für Dich so wichtigen Ausdauersport keinesfalls mit Kräftigungsübungen für Deine Bauch- und Rückenmuskeln. Auch diese können in einem ganzheitlich ausgelegten Sportprogramm unterstützend wirken und bezüglich der Vermeidung von muskulären Dysbalancen einen wichtigen Stellenwert einnehmen, ersetzen das Ausdauersportprogramm aber in keiner Weise.
Klar: Wenn es schließlich darum geht, die Bikini-Figur zu perfektionieren, kannst Du auf die Bauchmuskelübungen natürlich nicht mehr verzichten.

Bild stammt von Rosel Eckstein – pixelio.de